Hallo,
mich würde interessieren, was ich meinem fast 7Jährigen erzählen soll was meine Gefühle, usw. hinsichtlich der kürzlichen Trennung vom Mann angeht.
Hatte meinem Kind gestern gesagt, dass ich den Papa vermisst habe. Darauf meinte das Kind, dass wir dann ja einfach wieder zusammenziehen könnten. Ich habe darauf geantwortet, dass Papa und ich das aber so beschlossen haben und eben nicht wieder zusammenziehen.
Wenn ich traurig bin über die Trennung, soll ich mich dann eher zusammenreißen dem Kind gegenüber? Wie viel Trauer ist zu viel fürs Kind?
Vielen herzlichen Dank.
Hallo nochmal,
ja ich tausche mich mit 2-3 nahestehenden Personen aus alles was die Trennung betrifft.
Dennoch kann ich nicht verhindern, dass ich ggf. Tränen in den Augen habe weil mich die Emotionen "übermannen" oder auch einfach etwas betrübter wirke und mein Kind merkt das dann und/oder spricht mich darauf an. Ich versuche dann bisher soweit eher oberflächlich zu bleiben und dass ich mich um meine Gefühle kümmere da ich die Erwachsene bin.
Danke für den Input :)
Hallo sowahr,
ich möchte Ihnen vorweg ein großes Lob aussprechen, dass Sie generell regelmäßig mit Ihrem Sohn über Gefühle sprechen. Das ist wirklich wertvoll für seine emotionale Entwicklung.
Wie ich schon geschrieben habe, ist wichtig, wenn Sie mit Ihrem Sohn über die Trennung bzw. die einhergehenden Gefühle sprechen, dass er versteht, dass die Trauer dazu gehört. Sie sollten Ihre Emotionen in einem Rahmen kommunizieren, der Ihn nicht überfordert und weiterhin Sicherheit bietet. Daher reicht aus meiner Sicht ein kurzer Satz und die Versicherung für Ihren Sohn: "Mach dir keine Sorgen, ich komme damit klar."
Vielleicht ist für Sie selbst hilfreich, wenn Sie sich über Ihren eigenen Schmerz eher mit einem Freund oder einer Freundin austauschen. So können Sie Unterstützung finden und vermeiden, Ihren Sohn emotional zu überlasten.
Herzliche Grüße.
bke-Fritzi-Falk
Hallo,
vielen Dank für die Rückmeldung.
Mein Sohn und ich sprechen generell recht viel über Gefühle, ich sage ihm und vermittle ihm hoffentlich auch das "alle Gefühle sind ok und dürfen gelebt werden".
Meine Herausforderung ist an sich: wie viel ist zu viel an Trauer/Schmerz was ich meinem Kind gegenüber (bewusst und/oder unbewusst) kommuniziere (sowohl Mimik wie auch Worte)?
Die Trennung ist an sich einvernehmlich vonstatten gegangen.
Hallo sowahr,
vielen Dank für Ihren Beitrag hier im Forum und herzlich Willkommen in der virtuellen Beratungsstelle der bke-Onlineberatung. Mein Nickname ist bke-Fritzi-Falk und ich gehöre zum Moderator*innenteam.
Das Thema Trennung ist oft mit Unsicherheiten und emotionalen Belastungen für alle Beteiligten verbunden. Deshalb ist es durchaus erlaubt und wichtig, den Mut zu haben, offen mit Ihrem Kind über Ihre und auch seine Gefühle und die Veränderungen in der Familie zu sprechen - natürlich altersentsprechend. Kinder benötigen klare und verständliche Informationen, um mit der Situation umzugehen, brauchen aber nicht jedes Detail.
Gerade in Zeiten von Veränderungen ist es entscheidend, Ihrem Sohn Sicherheit zu vermitteln. Das haben Sie u.a. damit getan, dass Sie ihm ehrlich und klar gesagt haben, dass die Familie nicht wieder zusammenziehen wird. Diese Offenheit hilft ihm, die Realität der Situation besser zu verstehen.
Ebenso könnten Sie zum Beispiel sagen, dass Sie traurig über die Trennung sind, aber auch damit klarkommen.
Auf diese Weise zeigen Sie Ihrem Sohn, dass es okay ist, unangenehme Gefühle zu haben, und ermutigen ihn, offen auch über seine eigenen Emotionen zu sprechen.
Es sollte aber weiterhin auch Raum für Freude geben und Momente der Unbeschwertheit in der neuen Familienkonstellation.
Was denken Sie, könnte Ihnen und Ihrem Sohn in dieser Zeit helfen?
Das Thema Trennung und wie wir damit umgehen, insbesondere im Hinblick auf unsere Kinder, betrifft viele von uns.
Vielleicht möchte der ein oder andere Elternteil hier mit uns die eigenen Erfahrungen dazu teilen.
Vielen Dank, sowahr, für Ihre Offenheit und Ihr Engagement, Ihrem Sohn in dieser schwierigen Zeit Sicherheit zu geben.
Alles Gute.
bke-Fritzi-Falk